Wissenschaft und KI live im Klassenzimmer
Im Projekt „I'm a scientist“ führte die Klasse 9b einen lebendigen Live‑Chat mit vier KI‑Experten aus den Bereichen Kunst- und Medienwissenschaft, Professur für KI und Künstliche Intelligenz, Physik sowie Zeitreihenmodelle (Doktorand) und erhielten direkte Einblicke in Forschung, Alltag und ethische Fragen. „Im Bachelorstudium Kommunikationsdesign — da habe ich meinen ersten Text über Fotografie gelesen und gemerkt, wie sehr mich das interessiert“, berichtete Mona über ihren Weg in die Wissenschaft, Tobias ergänzte: „Ich habe als studentischer Mitarbeiter gearbeitet und gemerkt, dass ich es sehr mag.“ Felix erinnerte sich an Jugend‑Forscht‑Projekte, die ihn „angefuchst“ hätten, und Jona beschrieb, wie sich sein Interesse schon kurz vor dem Abi Richtung Naturwissenschaften wandelte. Die Gespräche reichten von praktischen Tipps bis zu grundsätzlichen Debatten: „Wir finanzieren uns im Wesentlichen durch Forschungsprojekte, die wir einwerben“, erklärte Tobias, während Felix ergänzte, dass Forschungsstellen oft projektgebunden und konkurrenzbehaftet seien. Die Wissenschaftler beantworteten zentrale Fragen klar: Auf die Frage, ob KI der Welt schaden könne, sagte Jona, das passiere „bislang nur indirekt“ durch schädliche Anwendungen, und Tobias wies darauf hin, dass „eher die Nutzer seien und diejenigen, die KI bereitstellen, von denen der Schaden ausgehen kann.“ Zur Überwachung stellten sie fest, dass KI überwachen kann, „wenn man ihr die technischen Befugnisse gibt und die Anweisung das zu tun“ (Jona). Felix erklärte die Lernweise von KI: Regeln werden aufgestellt und auf Computern so trainiert, dass Daten sinnvoll verarbeitet werden. Jona nannte sinnvolle Einsatzfelder: „Verkehrssteuerung, aber auch Medizin“, sofern juristische Fragen geklärt sind. Zum Wettstreit globaler Technologien betonte Jona, Europa müsse vergleichbare, datenschutzfreundliche Angebote schaffen; Tobias verwies auf fehlende Rohstoffe und begrenzte digitale Souveränität. Fünf zentrale Aussagen aus dem Livechat waren: KI verändert unser Verständnis von Wahrheit und kann Politik beeinflussen (Mona); der ökologische Footprint umfasst Strom, Rechenzentren und Rohstoffgewinnung (Tobias); Programmierprojekte schärfen praktische Fähigkeiten (Felix); Jobs verändern sich, Routineaufgaben sind besonders betroffen (Tobias/Jona); und Transparenz, Verantwortung sowie Medienbildung sind zentral, um Chancen zu nutzen und Risiken zu begrenzen. Die Veranstaltung motivierte viele Schüler, sich intensiver mit Informatik, Ethik und Wissenschaft auseinanderzusetzen. Auf die Frage, ob das Projekt in weiteren Klassen durchgeführt werden solle, kam ein klares Ja!
Siehe auch Digitaler Unterricht